Graz-Andritz · Heiliger Veit

Graz, Österreich

Über diese Kirche

Pfarrkirche · kirchlicher Mittelpunkt von Graz-Andritz

Bedeutung: Kirchlicher Mittelpunkt von Graz-Andritz seit dem Mittelalter – 2026 begeht die Pfarrkirche St. Veit ihr 800-Jahr-Jubiläum (erste Erwähnung 1226).

Besonderheiten: kunsthistorisch wichtig, regionalgeschichtlich wichtig, Dorfbedeutung des Gesamtkomplexes

Barrierefreiheit: Keine Angabe

Führungen: Keine Angabe

Highlights

Hochaltar HochaltarStandort: Chorraum (Osten) Datierung: um 1685 (Altargemälde 1680 signiert und datiert) Material / Art: Holz, marmoriert gefasst, korinthische Säulen, Akanthus-Dekor Künstler / Hersteller: Andreas Marx (Bildhauer), Hans Adam Weissenkircher (Maler), Philipp Jakob Straub (Ergänzungen um 1745) Stiftung des Fürsten Johann Seyfried von Eggenberg, der die Vogteirechte über St. Veit innehatte. Das Altargemälde zeigt das Martyrium des hl. Veit im siedenden Ölkessel und ist die früheste gesicherte Arbeit des Hofmalers Hans Adam Weissenkircher. Die Statuen der Pestheiligen Sebastian und Rochus sowie Maria Magdalena und Barbara stammen von Andreas Marx. Um 1745 ergänzte Philipp Jakob Straub die knienden Engel und die Dreifaltigkeitsgruppe im Altarauszug.Weiterlesen Kanzel KanzelStandort: Nordostecke des Chorbogens Datierung: um 1740–1745 (Ziervasen 1791 ergänzt) Material / Art: Stuckmarmor, vergoldetes Laub- und Bandelwerkornament Künstler / Hersteller: Jakob Peyer (Rokoko-Ziervasen, 1791) Die Kanzel trägt am Kanzelkorb vier Putti mit den Evangelienbüchern sowie Reliefs der Heiligen Schrift und des brennenden Herzens. An der Rückwand künden zwei Engel mit den Gesetzestafeln des Moses und dem Kreuz die Zehn Gebote und die Erlösung. Auf dem Schalldach verehren Engel und Putti das Tetragramm (Gottesname Jahwe) als Sinnbild der Dreifaltigkeit; die Ziervasen wurden 1791 von Jakob Peyer ergänzt.Weiterlesen Marienaltar MarienaltarStandort: Rechter Seitenarm (Süden) Datierung: 1786 Material / Art: Holz, korinthischer Aufbau, josephinisch-klassizistischer Schnitzdekor Künstler / Hersteller: Veit Königer (evtl. mit Josef Königer oder Josef Pogner) Das Altarbild zeigt die Heilige Familie („Heiliger Wandel“). Als Seitenfiguren stehen Erzengel Michael mit Flammenschwert und Waage sowie Johannes der Täufer in Fellkleidung. Im Altarauszug verweisen die von Engel und Putti gehaltenen Leidenswerkzeuge auf die Passion Christi und stellen einen thematischen Bezug zum gegenüberliegenden Kreuzaltar her.Weiterlesen Kreuzaltar KreuzaltarStandort: Linker Seitenarm (Norden) Datierung: 1786 Material / Art: Holz, geschnitzt, korinthischer Aufbau Künstler / Hersteller: Veit Königer Zeigt den gekreuzigten Christus (Dreinageltypus) vor gemalter Kulisse von Golgatha und Jerusalem. Entgegen der ikonographischen Tradition stehen Johannes Evangelist rechts und die Muttergottes links vom Gekreuzigten. Ein Engel im Altarauszug hält den Leidenskelch Christi als Symbol der Eucharistie.Weiterlesen Taufstein TaufsteinStandort: Chorraum (seit 1976) Datierung: um 1460/1480 Material / Art: Roter Marmor, oktogonal Spätgotisches Taufbecken aus dem mittelalterlichen Vorgängerbau der Kirche und eines der ältesten erhaltenen Objekte. Es wurde 1976 im Zuge der liturgischen Neugestaltung im Chorraum aufgestellt.Weiterlesen Bildertafel: Leben des hl. Veit Bildertafel: Leben des hl. VeitStandort: Turmjoch (Eingangsbereich) Datierung: um 1570/1590 Material / Art: Großformatiges Ölgemälde auf Holz, zwölf Bildfelder Zeigt in zwölf Szenen die Vita des Kirchenpatrons: Flucht aus dem Elternhaus, Heilung des Kaisersohns von Besessenheit, Martyrium im siedenden Ölkessel um 304/305. Der hl. Veit gehört zu den 14 Nothelfern und wird u. a. gegen Epilepsie („Veitstanz“) angerufen. Eine derart ausführliche Darstellung seiner Lebensgeschichte ist im deutschsprachigen Raum selten und gilt als kulturhistorisches Unikat.Weiterlesen Orgel OrgelStandort: Orgelempore (1. Joch des Langhauses) Datierung: 1907 Material / Art: Orgel mit neobarockem Prospekt Künstler / Hersteller: Matthäus Mauracher (Tiroler Orgelbauer) Die heutige Orgel wurde 1907 von Matthäus Mauracher errichtet und ersetzte die 1782 vom Grazer Orgelbauer Franz Schwarz gelieferte Vorgängerorgel. Der Prospekt ist mit neobarocken Ornamentschnitzereien verziert.Weiterlesen Glasfenster „Tanzender Christus“ Glasfenster „Tanzender Christus“Standort: Aufbahrungshalle (Friedhof) Datierung: Glasfenster nach 1960 entstanden; Aufbahrungshalle 1990 eröffnet Material / Art: Glasmalerei Künstler / Hersteller: Josef Fink (1941–2000) Moderner „Totentanz“: Christus in tanzender Bewegung als Symbol dafür, dass der Tod alle Menschen gleich macht und in eine andere Dimension führt. Das Bild wurde nicht eigens für die Kapelle geschaffen, entfaltet dort aber im Zusammenspiel mit einem spätbarocken Kruzifixus (zugeschrieben Philipp Jakob Straub, um 1750) besondere Wirkung.Weiterlesen Pfarrhof-Ensemble mit Arkaden-Übergang Pfarrhof-Ensemble mit Arkaden-ÜbergangStandort: St. Veiter Straße 86 / Dorfplatz Datierung: Kern 1457, Fassade/Übergang 1777/78 Material / Art: Zweigeschossiger Bau mit Schopfwalmdach und Schleppgaupen; dreiachsiger Arkaden-Straßenübergang Künstler / Hersteller: Josef Hueber (Fassaden- und Portalgestaltung, Umbau um 1777/78) Der älteste Bauteil des Pfarrhofs stammt laut Steintafel aus dem Jahr 1457. Zusammen mit Mesnerhaus, Wirtschaftsgebäuden und dem 1778 errichteten, dreibogigen Straßenübergang bildet er ein malerisches Ensemble um den alten Dorfplatz. Das Erdgeschoss zeigt spätgotische Gratgewölbe, das Obergeschoss spätbarocke Deckenfelder.Weiterlesen Friedhofskapelle FriedhofskapelleStandort: Friedhof Datierung: um 1808 Material / Art: Rechteckbau mit Apsis, Rundbogenfenstern und korinthisierender Pilastergliederung; Baumaterial aus der abgebrochenen St.-Gottharder Schlosskirche Ältester Bestand des Friedhofs. Der schmiedeeiserne Gitterflügel (3. Viertel 17. Jh.) stammt ebenfalls von der St.-Gotthardkirche. In der Apsisnische befindet sich eine Sandstein-Pietà (2. Hälfte 19. Jh.); südlich der Kirche liegt zudem das Grab des Tondichters Anselm Hüttenbrenner (1794–1868), eines Freundes von Franz Schubert.Weiterlesen
GeschichteLegende des heiligen VeitWeiterlesen WidmungWidmungWeiterlesen Umbauten & ErweiterungenUmbauten & ErweiterungenWeiterlesen Besondere GeschichteBesondere GeschichteWeiterlesen
Hochaltar

Hochaltar

Standort: Chorraum (Osten)
Datierung: um 1685 (Altargemälde 1680 signiert und datiert)
Material / Art: Holz, marmoriert gefasst, korinthische Säulen, Akanthus-Dekor
Künstler / Hersteller: Andreas Marx (Bildhauer), Hans Adam Weissenkircher (Maler), Philipp Jakob Straub (Ergänzungen um 1745)
Stiftung des Fürsten Johann Seyfried von Eggenberg, der die Vogteirechte über St. Veit innehatte. Das Altargemälde zeigt das Martyrium des hl. Veit im siedenden Ölkessel und ist die früheste gesicherte Arbeit des Hofmalers Hans Adam Weissenkircher. Die Statuen der Pestheiligen Sebastian und Rochus sowie Maria Magdalena und Barbara stammen von Andreas Marx. Um 1745 ergänzte Philipp Jakob Straub die knienden Engel und die Dreifaltigkeitsgruppe im Altarauszug.
Kanzel

Kanzel

Standort: Nordostecke des Chorbogens
Datierung: um 1740–1745 (Ziervasen 1791 ergänzt)
Material / Art: Stuckmarmor, vergoldetes Laub- und Bandelwerkornament
Künstler / Hersteller: Jakob Peyer (Rokoko-Ziervasen, 1791)
Die Kanzel trägt am Kanzelkorb vier Putti mit den Evangelienbüchern sowie Reliefs der Heiligen Schrift und des brennenden Herzens. An der Rückwand künden zwei Engel mit den Gesetzestafeln des Moses und dem Kreuz die Zehn Gebote und die Erlösung. Auf dem Schalldach verehren Engel und Putti das Tetragramm (Gottesname Jahwe) als Sinnbild der Dreifaltigkeit; die Ziervasen wurden 1791 von Jakob Peyer ergänzt.
Marienaltar

Marienaltar

Standort: Rechter Seitenarm (Süden)
Datierung: 1786
Material / Art: Holz, korinthischer Aufbau, josephinisch-klassizistischer Schnitzdekor
Künstler / Hersteller: Veit Königer (evtl. mit Josef Königer oder Josef Pogner)
Das Altarbild zeigt die Heilige Familie („Heiliger Wandel“). Als Seitenfiguren stehen Erzengel Michael mit Flammenschwert und Waage sowie Johannes der Täufer in Fellkleidung. Im Altarauszug verweisen die von Engel und Putti gehaltenen Leidenswerkzeuge auf die Passion Christi und stellen einen thematischen Bezug zum gegenüberliegenden Kreuzaltar her.
Kreuzaltar

Kreuzaltar

Standort: Linker Seitenarm (Norden)
Datierung: 1786
Material / Art: Holz, geschnitzt, korinthischer Aufbau
Künstler / Hersteller: Veit Königer
Zeigt den gekreuzigten Christus (Dreinageltypus) vor gemalter Kulisse von Golgatha und Jerusalem. Entgegen der ikonographischen Tradition stehen Johannes Evangelist rechts und die Muttergottes links vom Gekreuzigten. Ein Engel im Altarauszug hält den Leidenskelch Christi als Symbol der Eucharistie.
Taufstein

Taufstein

Standort: Chorraum (seit 1976)
Datierung: um 1460/1480
Material / Art: Roter Marmor, oktogonal
Spätgotisches Taufbecken aus dem mittelalterlichen Vorgängerbau der Kirche und eines der ältesten erhaltenen Objekte. Es wurde 1976 im Zuge der liturgischen Neugestaltung im Chorraum aufgestellt.
Bildertafel: Leben des hl. Veit

Bildertafel: Leben des hl. Veit

Standort: Turmjoch (Eingangsbereich)
Datierung: um 1570/1590
Material / Art: Großformatiges Ölgemälde auf Holz, zwölf Bildfelder
Zeigt in zwölf Szenen die Vita des Kirchenpatrons: Flucht aus dem Elternhaus, Heilung des Kaisersohns von Besessenheit, Martyrium im siedenden Ölkessel um 304/305. Der hl. Veit gehört zu den 14 Nothelfern und wird u. a. gegen Epilepsie („Veitstanz“) angerufen. Eine derart ausführliche Darstellung seiner Lebensgeschichte ist im deutschsprachigen Raum selten und gilt als kulturhistorisches Unikat.
Orgel

Orgel

Standort: Orgelempore (1. Joch des Langhauses)
Datierung: 1907
Material / Art: Orgel mit neobarockem Prospekt
Künstler / Hersteller: Matthäus Mauracher (Tiroler Orgelbauer)
Die heutige Orgel wurde 1907 von Matthäus Mauracher errichtet und ersetzte die 1782 vom Grazer Orgelbauer Franz Schwarz gelieferte Vorgängerorgel. Der Prospekt ist mit neobarocken Ornamentschnitzereien verziert.
Glasfenster „Tanzender Christus“

Glasfenster „Tanzender Christus“

Standort: Aufbahrungshalle (Friedhof)
Datierung: Glasfenster nach 1960 entstanden; Aufbahrungshalle 1990 eröffnet
Material / Art: Glasmalerei
Künstler / Hersteller: Josef Fink (1941–2000)
Moderner „Totentanz“: Christus in tanzender Bewegung als Symbol dafür, dass der Tod alle Menschen gleich macht und in eine andere Dimension führt. Das Bild wurde nicht eigens für die Kapelle geschaffen, entfaltet dort aber im Zusammenspiel mit einem spätbarocken Kruzifixus (zugeschrieben Philipp Jakob Straub, um 1750) besondere Wirkung.
Pfarrhof-Ensemble mit Arkaden-Übergang

Pfarrhof-Ensemble mit Arkaden-Übergang

Standort: St. Veiter Straße 86 / Dorfplatz
Datierung: Kern 1457, Fassade/Übergang 1777/78
Material / Art: Zweigeschossiger Bau mit Schopfwalmdach und Schleppgaupen; dreiachsiger Arkaden-Straßenübergang
Künstler / Hersteller: Josef Hueber (Fassaden- und Portalgestaltung, Umbau um 1777/78)
Der älteste Bauteil des Pfarrhofs stammt laut Steintafel aus dem Jahr 1457. Zusammen mit Mesnerhaus, Wirtschaftsgebäuden und dem 1778 errichteten, dreibogigen Straßenübergang bildet er ein malerisches Ensemble um den alten Dorfplatz. Das Erdgeschoss zeigt spätgotische Gratgewölbe, das Obergeschoss spätbarocke Deckenfelder.
Friedhofskapelle

Friedhofskapelle

Standort: Friedhof
Datierung: um 1808
Material / Art: Rechteckbau mit Apsis, Rundbogenfenstern und korinthisierender Pilastergliederung; Baumaterial aus der abgebrochenen St.-Gottharder Schlosskirche
Ältester Bestand des Friedhofs. Der schmiedeeiserne Gitterflügel (3. Viertel 17. Jh.) stammt ebenfalls von der St.-Gotthardkirche. In der Apsisnische befindet sich eine Sandstein-Pietà (2. Hälfte 19. Jh.); südlich der Kirche liegt zudem das Grab des Tondichters Anselm Hüttenbrenner (1794–1868), eines Freundes von Franz Schubert.
Geschichte

Geschichte

Legende des heiligen Veit

Der Überlieferung nach wird der junge Christ Veit in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen und entsteigt ihm unversehrt – sein Martyrium ereignet sich um 304/305. Die Legende geht unter anderem auf die „Legenda Aurea“ des Jacobus de Voragine zurück.

Widmung

Widmung

Dem Heiligen Vitus (Veit) geweiht.

Umbauten & Erweiterungen

Umbauten & Erweiterungen

1226: Erster urkundlich genannter Pfarrer von St. Veit (Handschrift im Stift Rein); Ausgangspunkt für das 800-Jahr-Jubiläum 1226–2026
13. Jh. / 1373: Vermutlich bereits romanischer Kirchenbau; 1373 wird ein Lettner urkundlich erwähnt
um 1617: Visitationsprotokoll beschreibt die gotische Kirche mit Lettner, Sakramentshäuschen und Flügelaltar
1657–1662: Neubau der Barockkirche unter Pfarrer Johann Baptist Abbt, Weihe 1662; Baumeister vermutlich Domenico Sciassia
1685: Der bestehende Hochaltar wird von Fürst Johann Seyfried von Eggenberg gestiftet
1713: Turmhelm mit Laterne errichtet durch Bartholomäus Ebner und Johann Georg Flexner
1732: Bischof Jakob Ernst Graf Liechtenstein weiht vier Altäre
1786: Marien- und Kreuzaltar werden von Veit Königer neu errichtet
1881/1882: Neuer Dachstuhl, Fassadenumbau mit toskanischen Pilastern (Entwurf Ortwein); Kirche erhält klassizistisches Erscheinungsbild
1907: Neue Orgel von Matthäus Mauracher mit neobarockem Prospekt
1972/1976: Außen- und Innenrenovierung unter Pfarrer Josef Kurzweil; liturgische Neugestaltung mit neuem Volksaltar aus rotem Marmor

Besondere Geschichte

Besondere Geschichte

Legende des hl. Veit: Der junge Christ wird in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen und entsteigt ihm der Überlieferung nach unversehrt – Martyrium um 304/305.
Vermutung einer vorchristlichen Kultstätte: Möglicherweise befand sich an der Stelle der Kirche eine Kultstätte des slawischen Lichtgottes ‚Svantevit‘; der alte Ortsname ‚Gabriach‘ wurde 1911 durch ‚St. Veit ob Graz‘ ersetzt.
800-Jahr-Jubiläum 1226–2026: Anlass war die Wiederentdeckung der Nennung eines Pfarrers von St. Veit im Jahr 1226 in einer Handschrift im Stift Rein.
Das Glasfenster ‚Tanzender Christus‘ von Josef Fink in der Aufbahrungshalle zeigt einen modernen Totentanz als Symbol dafür, dass der Tod alle Menschen gleich macht.
Südlich der Kirche liegt das Grab des Tondichters Anselm Hüttenbrenner (1794–1868), eines Freundes von Franz Schubert.
Zur Pfarre gehört die 1960–1962 erbaute Filialkirche Maria Schutz in Kalkleiten mit Beton-Glasfenstern nach Entwürfen von Alfred Wickenburg und Franz Felber.

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